Joachim Zeller
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25.02.2019 | Buchholz
Wirtschaftswachstum in Afrika - Neue Wege in der Entwicklungszusammenarbeit
Afrika ist Schwerpunkt der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Unser Nachbarkontinent – mit einigen der am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften der Welt - bietet viele Chancen. Nach wie vor besteht jedoch auch das Risiko, dass ganze Länder wirtschaftlich abgehängt bleiben.
Botschafterin der Republik Botswana i.E. Mmasekgoa Masire-Mwamba
Berlin -

Am 13. Februar 2019 lud die CDU/CSU Bundestagsfraktion zu einem Fachgespräch zu diesem Thema ein. Zu den Anwesenden gehörten neben vielen Vertretern aus der Zivilgesellschaft, Verbänden, Vereinen, Hilfsorganisationen und auch der Wirtschaft, auch der Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Dr. Gerd Müller. Besonderer Gast war die erst seit kurzem nach Deutschland berufene neue Botschafterin der Republik Botswana ihre Exzellenz Mmasekgoa Masire-Mwamba. Des Weiteren waren für die CDU/CSU Bundestagsfraktion die Bundestagsabgeordneten Hermann Gröhe, Volkmar Klein und Matern von Marschall anwesend. Die Wirtschaft war vertreten durch Dr. Volker Treier stell. Hauptgeschäftsführer der DIHK sowie Erick Yong, CEO Greentec Capital GmbH.

In seiner Begrüßung verwies Hermann Gröhe auf die vielen Verbindungen zwischen Deutschland und Afrika und die positiven Entwicklungen, die die Länder auf dem Kontinent in den letzten Jahren durchgemacht hätten. Diese würden seiner Meinung nach, auch immer etwas zu kurz in der allgemeinen Berichterstattung kommen. Es wäre ja auch einfacher nur über Katastrophen und Konflikte zu berichten. Dabei liege, so Gröhe, aber ein starkes Afrika in unser aller Interesse. Der Wille zur Good Gouvernance in diesen Ländern sei groß und bedarf auch weiterer Unterstützung durch Deutschland.

Danach übergab Gröhe das Wort an Minister Müller, der gerade aus Ghana zurückgekehrt war. Er verwies darauf, das Europa bei Afrika in der Pflicht stehe, auch auf Grund der gemeinsamen Geschichte. Dies verband er mit der Bitte eine einheitliche Linie zu Afrika aus Brüssel zuhaben. Dort sei man sich zu oft uneinig, was der richtige Weg bei der Zusammenarbeit sei. Es sei dort auch eher ein Randthema, das müsse sich ändern, so Müller. Im Bezug auf die Zusammenarbeit mit Afrika forderte Minister Müller eine Ressourcenpartnerschaft zwischen den Industriestaaten Europas und den afrikanischen Ländern. “Afrika ist der Ressourcenkontinent. Kämen die Länder Afrikas auf die Idee, in einen Ressourcenstreik zu treten, würden in Europa bald die Förderbänder stillstehen”, so Müller. Die Gelder für Entwicklungsarbeit und wirtschaftliche Entwicklung müssten darüber hinaus in nachhaltige Projekte gelenkt werden und dürften nicht auf dem Weg versickern. Eine Art „Marshall-Plan für Afrika“ könnte dabei ein hilfreiches Instrument sein.

Anschließend kam die Botschafterin der Republik Botswana Masire-Mwamba zu Wort. Sie machte deutlich, dass es noch einen Mangel an Demokratie in einigen afrikanischen Staaten gäbe, aber alle daran arbeiten diesen geringer werden zu lassen. Auch ihr Heimatland hätte dort noch einige Defizite. Wichtig sei es jedoch, die Menschen bei allen Entwicklungen einzubinden. Dabei sie es egal, ob diese im wirtschaftlichen oder politischen Sektor geschehen. Wäre dies nicht der Fall, könnten die Menschen in Afrika dies als Ungerechtigkeit oder Rückfall in alte Zeiten ansehen. Dadurch würde dann direkt die Gefahr bestehen, dass die Zustimmung kippen könnte und die Lage eskaliert. Die Menschen in Afrika möchten ihr Schicksal alleine bestimmen, seien aber bereit Hilfe anzunehmen.

In dieselbe Richtung ging der Beitrag von Erick Yong. Sein Unternehmen stellt für viele kleine Start-up-Unternehmen in Afrika die Anschubfinanzierung bereit. Dabei besonders in den Bereichen Agra, erneuerbare Energien und Digitalisierung. Wichtig sei es, dass eine Entwicklung des Landes von der lokalen Wirtschaft ausgehe. Das reine Investieren und Abschöpfen externer Unternehmen habe in der Vergangenheit oft Probleme mit sich gebracht. Dabei darf gerne investiert werden, aber immer mit dem Ziel der nachhaltigen Entwicklung im Hinterkopf. Ein Stufenmodell, was ein moderates Tempo vorgibt, sei hier ein guter Weg so Yong. Wenn man dies alles mit Bedacht und Verständnis für lokale Besonderheiten angehe, sollte die Entwicklung Afrikas eine gute Richtung einschlagen und auf diesem Weg auch zu bleiben.